„Miteinander und voneinander lernen“: Jöran Muuß-Merholz über die Schule der Zukunft

F: Sebastian Horndasch / Wikimedia / CC BY-SA3.0

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#BildungDigital: Beim Grünen Kongress „Leben und Lernen im digitalen Zeitalter“ diskutieren die Grünen Abgeordneten Margarete Bause, Thomas Gehring und Verena Osgyan am Samstag, 27. Juni 2015, die Zukunft von Bildung. Einer der ExpertInnen unseres Panels ist der Medienpädagoge Jöran Muuß-Merholz. Er glaubt, dass die Herausforderungen der gegenwärtigen technologischen Revolution in unseren Schulen nur durch eine neues Miteinander aller Beteiligter – SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern – angegangen werden können.

WelcheR SchülerIn, welcheR LehrerIn hat kein Smartphone in der Tasche? Eigentlich die besten Voraussetzung für ein neues digitales Lernen. Oder nicht?

Jöran Muuß-Merholz: Eigentlich schon. Wobei im Wort „eigentlich“ der Stoff für einige Jahre Diskussion, Ausprobieren und Neugestaltung liegt. Ein Smartphone ist ein ziemlich magisches Gerät, dessen Beherrschung wir gesellschaftlich gerade erst erlernen.

Vokabeln pauken? Historische Daten auswändig lernen? Macht das noch Sinn, wenn Wikipedia und Google Translate rund um die Uhr und überall verfügbar sind?

Es kommt drauf an. Beispiel Sprache: Unterhaltungen in fremden Sprachen, die mittels Auto-Übersetzung geführt werden, sind nicht gerade förderlich für Miteinander, Kreativität oder auch Romantik. Aber natürlich kommt alles Faktenlernen insofern auf den Prüfstand, dass es für einen größeren Kontext legitimiert werden muss.

Die meisten 16-Jährigen sind wohl Technik-affiner als ihre Eltern oder LehrerInnen. Und damit auch Medien-kompententer? Wer kann dieser Generation in Sachen Digitalisierung eigentlich etwas beibringen? Wer kann sie glaubwürdig auf Gefahren hinweisen?

Eltern und Lehrkräfte haben dafür Kompetenzvorsprünge in anderen Bereichen. Der Schlüssel für Lernen im digitalen Wandel scheint mir zu sein, dass man die Formen stärkt, in denen miteinander und voneinander gelernt wird – und zwar quer durch die drei Gruppen Schüler / Lehrer / Eltern.